Chronik

175 Jahre Männergesangverein 1824 Bissingen a. d. Teck e.V.

1824 Am 1. Advent 1824 wurde die neue Orgel in der Marienkirche in Bissingen eingeweiht. Vorher war das Singen in der Kirche von Bläsern begleitet worden. Nachdem die Orgel sich als kräftig genug zur Begleitung des Kirchengesanges erwies, wurde am 19. Dezember 1824 das Posaunenblasen abgeschafft. Die seitherigen Bläser wurden angehalten, zusammen mit weiteren sangesbegabten Männern vierstimmigen Chorgesang zu üben und den Kirchengesang zu unterstützen. Der damalige Ortspfarrer Hoffmann und sein Sohn, der Vikar im Ort war, förderten das Chorsingen. Schulmeister Daniel David Reininger übernahm das Einüben der Chöre. Den Sängern wurden sogenannte Personalfreiheiten verschafft. Bereits 1825 erhielt der Chor Zuweisungen aus dem Kasten und der Kommunalkasse. Im Jahre 1827 zählte der Chor 25 Sänger. Als Übungsraum diente die kleine Ratsstube - heute Gemeindekasse - im Rathaus. Die Erwartungen des Pfarrers gingen wohl nicht ganz in Erfüllung, denn am 4. August 1827 wurde der Chor vom Kirchenkonvent aufgefordert, auch Lieder aus dem Gesangbuch einzuüben. In den folgenden Jahren wurde der Chor in den Kirchenbüchern und Berichten des Pfarrers an das Dekanat immer lobend erwähnt, weil er an Festtagen den Gottesdienst mit Liedern verschönte. Der Chor erhielt auch laufend Zuweisungen vom Gemeinderat und Kirchenkonvent bewilligt. Bei der Kirchenvisitation 1864 wird berichtet: “Je und je beteiligt sich der hier bestehende Singchor am Kirchengesang. Eine regere Teilnahme desselben wäre zu wünschen. Wird sich der Pfarrei dieserhalb aufs Bitten legen." Somit dürfte klar bewiesen sein, dass es sich um keinen Kirchenchor handelte.

Mit dem Protokollbuch, beginnend am 28. Februar 1886, stehen für die Historie des Gesangvereins absolut gesicherte Daten zur Verfügung. Die Daten von 1824 bis 1886 wurden 1935 von dem damaligen Vorstand Friedrich Merkle aus dem Kirchen-Konvents-Protokollbuch abgeschrieben. Die Niederschrift ist nachzulesen am Schluss des zweiten Protokollbuches des Gesangvereins.

1886 Am 28.02.1886 rief Assistent Wagner die Mitglieder des Vereins zu einer Plenarversammlung in das Gasthaus Adler. Wichtigste Punkte waren die Wahl der Vorstandschaft, Einführung einer Vereinssatzung und Geldangelegenheiten. Die Vorstandschaft bestand aus Vorstand Wagner, Dirigent Lutz, Schriftführer Scheifelen, Kassier Sautter und dem Ausschuß Andereas Nägele, Christian Armbruster und Dr. Kuhn. Die Vereinssatzung umfaßte 28 Paragraphen, die durch die Unterschrift der 34 anwesenden Mitglieder bestätigt wurde. Der Vereinsdiener Georg Kaufmann von Beruf Weber erhielt ein Jahresgehalt von 3 Mark und Befreiung von den Monatsbeiträgen. Für Neueintritte in den Verein wurde eine Aufnahmegebühr von 50 Pfennig verlangt. Das Chorleitergehalt für 1886 wurde auf 30 Mark festgelegt und ist an der Christbaumfeier zu überreichen.
Dass der Männergesangverein damals etwas besonderes war zeigte sich daraus, dass der Chor auf Einladung Feste in umliegenden Gemeinden besuchte und Lieder vortrug. Ein fester Bestandteil des Jahresprogramms war das Liedersingen am 6. März zu Ehren des Geburtstags vom Kaiser. Diese Veranstaltung wurde auf Veranlassung des Militärvereins durchgeführt. Ende 1886 wurde der Proberaum im Rathaus zu klein. Auf Vorschlag von Dirigent Lutz wurde beschlossen, den Proberaum in die Schule zu verlegen.

1887 Die Mitgliederzahl war auf 42 Mitglieder angestiegen. Dirigent Lutz kündigte aus gesundheitlichen Gründen sein Amt. Aushilfsweise wurde der Chor von Vorstand Wagner dirigiert.

1888 Der Verein hat auf 47 Mitglieder zugenommen. Davon waren 28 aktive Sänger, 11 passive Mitglieder und 8 Ehrenmitglieder. Im März 1888 verließ Vorstand Wagner Bissingen. Den verwaisten Verein übernahm Adam Sautter. Als neuer Dirigent wurde Lehrgehilfe Ochsenwadel gewonnen. Um die Angelegenheiten im Verein zu regeln wurden regelmäßig Monatsversammlungen abgehalten.

 

Aktuell